Tourenbeschreibung Alpine Heilpflanzen

Reiseverlauf

Tag 1

Wir treffen uns um 10h30 in Völs am Brunnen vor der Kirche. Nach einer kurzen Einführung in die Tour geht es durch Völs und Ums vorbei an Bauernhöfen und durch Apfelplantagen. Während wir hinauf zur Völseggspitze (1834m) wandern, sprechen wir über Berufkräuter und andere Pflanzen, denen im Mittelalter nicht nur eine Heilwirkung, sondern vor allem eine magische Wirkung zugesprochen wurde. Insbesondere in dieser Region, in der zu Beginn des 16. Jhd. viele Hexen verfolgt und zum Tode verurteilt wurden. Höchster Punkt des heutigen Tages ist die Völseggspitze, unterhalb derer die Tschafonhütte gelegen ist, wo wir auch übernachten werden. Vielleicht hat Hüttenwirt Josef Zeit und setzt sich für ein Glas Wein zu uns, um uns von seinem Biogarten neben der Hütte zu erzählen oder welche wilden Kräuter er gerade im Wald sammelt. Übernachtung: Tschafonhütte, 1737m (-/-/-) (▲1000Hm, ▼150Hm, ca. 4h)

Tag 2

Am zweiten Tag steigen wir von der Tschafonhütte hinab nach Weißlahnbad und wandern zum Naturparkhaus des UNESCO-Weltnaturerbe Schlern-Rosengarten, wo wir eine alte Venezianersäge besichtigen können. Der Weg führt im weiteren Verlauf durch das Tschamintal hinauf zum Bärenloch. Auf den letzten Höhenmetern ist hier und da ein Drahtseil gespannt, das den Aufstieg erleichtern wird (Trittsicherheit). Die Vegetation wird schon dünner und während wir die letzten Höhenmeter des Bärenlochs passieren, wandern wir nur noch durch Latschen, die ebenfalls bald zurückweichen, so dass wir nur noch von alpinen Matten umgegeben sind. Fröhlich bunt leuchten die Alpenblumen auf den Wiesen. Wer genau hinschaut, kann hier Murmeltiere entdecken. Nun befinden wir uns auch schon mittendrin im Schlern-Rosengarten-Gebiet. Bis zum Tierser Alpl sind es nur noch wenige Meter.

Artikelbild alpine Heilpflanzen Aurikel

Der goldgelbe Aurikel gehört zu den Schlüsselblumen, die bei Husten zum Einsatz kommen

Artikelbild alpine Heilpflanzen Tschamintal

Die zweite Etappe führt durch das Tschamintal

An diesem Tag durchwandern wir verschiedene alpine Vegetationszonen und Ihre Bergwanderführerin wird Ihnen die Pflanzen der einzelnen Bereiche ausführlich erläutern. Der Schwerpunkt des heutigen Tages sind die in diesen Vegetationszonen wachsenden Heilpflanzen und ihre Anwendung in der neuzeitlichen Medizin. Übernachtung: Tierser Alpl (F/-/-) (▲1240Hm, ▼530Hm, ca. 5,5h)

Tag 3

Für die heutige Etappe benötigen Sie nur Ihr Tagesgepäck, da wir eine zweite Nacht auf dem Tierser Alpl übernachten werden. Mit leichtem Gepäck geht es deshalb los und Ihre Bergwanderführerin steigt mit Ihnen an den Rosszähnen vorbei zur Mahlknecht Hütte. Unser heutiges Ziel ist die Seiser Alm mit dem in Europa am höchsten gelegenen Weidegebiet. Schon vor Jahrhunderten haben die Bauern im Sommer ihre Kühe auf diese Hochfläche gebracht. Auf der Suche nach Skabiosen, Arnika, Thymian und Augentrost wandern wir über die Almwiesen. Die Seiser Alm und die sie umgebenden Berge weisen auf engem Raum eine große Artenvielfalt auf, wie man sie nur in wenigen Gebirgen der Alpen findet.

Artikelbild alpine Heilpflanzen Alpenrosen

Nicht alle Pflanzen hatten eine Heilwirkung. Die Alpenrosen sind giftig.

Artikelbild alpine Heilpflanzen Küchenschelle

Wegen seiner wilden „Frisur“ heißt der Samenstand der Küchenschelle heißt auf der Seiser Alm Schlernhexe.

Einerseits überschneiden sich hier die Verbreitungsgrenzen ost- und westalpiner Pflanzen, andererseits wirkt sich auch die Vielfältigkeit der Böden und die großen klimatischen Unterschiede hinsichtlich der Ausrichtung der Berghänge zur Sonne positiv auf die Biodiversität aus. Heidekraut, Wacholder, Enziane, Edelweiß, Goldknopf, Lebendgebärender Knöterich und Hornklee, aber auch Goldrute und Gestreifter Seidelbast können wir hier finden. Am Nachmittag führt unser Weg über die Rosszähne und die Rosszahnscharte zurück zum Tierser Alpl. Nach dem Abendessen diskutieren wir über die Signaturenlehre der alpinen Heilpflanzen und welche Pflanzen bis heute in der modernen Pflanzenheilkunde zur Anwendung kommen. Übernachtung: Tierser Alpl (F/-/-) (▲500Hm, ▼500Hm, ca. 4h)

Tag 4

Nach einem gemütlichen Frühstück wandern wir vom Tierser Alpl zum Schlernboden. Enziane, Edelweiß, Spinnweb-Hauswurz, Arnika, Alpenleinkraut oder auch Rundblättriges Täschelkraut setzen bunte Tupfen auf die alpinen Matten. Schafgarbe, der als Schlernhexe bezeichnete Blütenstand der Kuhschellen und Knabenkräuter zieren unseren Weg. Wir übernachten auf dem Schlernhaus und können nicht benötigtes Gepäck auf der Hütte lassen. Bevor wir unsere Rundtour beginnen, wandern wir noch die wenigen Höhenmeter hinauf zum Monte Petz (2653m), der höchsten Erhebung auf dem Schlern, von dem wir aus einen Blick weit über das Bozner Tal und die dahinter gelegenen schneebedeckten Gipfel haben werden. An der Hütte des Saltner vom Schlern vorbei geht es während unserer Wanderung zur Sesselalm, wo wir uns stärken können, bevor wir uns im Wald auf die Suche nach Türkenbund und Feuerlilien machen. Der Weg führt uns nach passieren des Tschafatsch-Sattels gemütlich zum Schlernboden zurück und wir erreichen am Nachmittag wieder das Schlernhaus. Übernachtung: Schlernhaus (F/-/-) (▲780Hm, ▼770Hm, ca. 4,5h)

Artikelbild alpine Heilpflanzen Entstehung Alpen

Die senkrecht verlaufenden Basaltsäulen sind vulkanischen Ursprungs

Artikelbild alpine Heilpflanzen Türkenbundlilie

Die Türkenbundlilie verdankt ihren Namen ihrem geschwungenen Blütenstand

Tag 5

An unserem letzten Tag wandern wir über den Touristensteig gemächlich bergab zur Seiser Alm und erreichen zur Mittagszeit die Prosliner Schwaige, wo uns wieder einmal Südtiroler Köstlichkeiten verwöhnen werden. Auf den Magerwiesen der Alm leuchten Pyrenäisches Drachenmaul, Gold-Pippau, Wiesensalbei, Hornklee, Augentrost, Wundklee und Kochscher Enzian. Weiter geht es entlang des Frötschenbachs über den Geologensteig. In keiner anderen Gegend der Dolomiten lässt sich die Entstehung der Alpen so gut nachvollziehen, wie hier entlang des Frötschenbachs und Ihre Bergwanderführerin wird Ihnen anhand der verschiedenen Gesteinsschichten die Entstehung der Alpen erläutern. Mit jedem Höhenmeter tauchen Sie tiefer ein in die Zeitgeschichte, die bis zu 280 Millionen Jahre zurückreicht. Mit etwas Glück finden wir auch die Schopfige Teufelskralle. Am frühen Nachmittag erreichen Sie Seis und fahren mit dem Bus nach Völs zurück (Fahrtzeit ca. 15min.). Wer möchte, kann noch ein paar Tage in dieser wunderschönen Gegend anhängen und gemütliche Ausflüge in die Umgebung unternehmen. Übernachtung: keine (F/-/-) (▲0Hm, ▼1480Hm, ca. 4,5h)

Artikelbild alpine Heilpflanzen Schlernhaus

Die gemütlichen Gaststube des Schlernhauses

Tourensteckbrief, Schwierigkeitsgrad und Leistungen der Hüttenwanderung Chiemgau

Tourensteckbrief

  • Dauer: 5 Tage
  • Reisezeitraum: 20. bis 24. Juli 2015
  • Preis: € 589,- inkl. MwSt.
  • Übernachtung mit Frühstück
  • Reiseleitung: Stefanie Wolf
  • Teilnehmerzahl: Minimum 5, Maximum 8
  • Touranbieter: Steinbock Bergtouren

Schwierigkeitsgrad 2

Diese naturkundliche Hüttenwanderung zu alpinen Heilpflanzen ist eine konditionell vergleichsweise einfache Bergwanderung, da der Schwerpunkt der täglichen Etappen auf dem Wahrnehmen der Berglandschaft und der Suche nach alpinen Heilpflanzen liegt. Sie sollten in der Lage sein, täglich vier bis fünf Stunden wandern zu können und sollten über Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügen. Während den angegebenen Zeiten sind Pausen für die Vorstellung der Pflanzen und anschließende Diskussionen über ihre Verwendung in der alternativen Medizin nicht eingerechnet.

Während zwei der fünf Etappen können Sie den größten Teil Ihres Gepäcks auf der Berghütte lassen und wandern nur mit einem leichten Rucksack, so dass auch diese beiden Tourentage konditionell nicht zu anstrengend sein werden.

Enthaltene Leistungen

  • vier Übernachtungen auf Berghütten
  • viermal Frühstück
  • naturkundliche Führung der Wanderung durch eine zertifizierte Bergwanderführerin (VDBS)

Nicht-enthaltene Leistungen

  • individuelle An- und Abreise
  • Rückfahrt mit dem Bus von Seis nach Völs
  • Getränke und weitere Mahlzeiten
Artikelbild alpine Heilpflanzen blauer Eisenhut

Der blaue Eisenhut gehört zu den giftigsten Pflanzen Europas

Artikelbild alpine Heilpflanzen Schlern

Der Schlern ist das Wahrzeichen Südtirols