Denk ich an Kölle auf dem Roßstein – unterwegs zum Isarwinkel

21. August 2014 Michaela Zimmermann

Schöner kann ein Tag in den Bergen nicht enden. Bei Sonnenuntergang sitzen wir nach einer erfüllenden Wanderung am Gipfelkreuz, und es bietet sich uns eine Fernsicht, bei der die umliegenden Gipfel zum Greifen nah erscheinen. Die Gruppe aus Köln, mit der ich hier zum Isarwinkel unterwegs bin, ist tief bewegt, vor allem diejenigen, die zum ersten Mal überhaupt in den Alpen sind.

Mit einem Teil der Leute bin ich im vergangenen  Jahr bereits zur Zugspitze gewandert. Als ich Ihnen in diesem Jahr die Bergtour zum Isarwinkel vorschlug, reagierten sie jedoch zuerst skeptisch. Die Wanderung gehe ja „nur“ durchs Voralpenland. Doch da hatten sie die bayerischen Berge unterschätzt.

Heiße Tage und eine traumhafte Fernsicht

Liebliche Almwiesen wechseln sich mit eher schroffem, felsigen Gelände ab, auf die zahlreichen Gipfel lockt die Aussicht auf das Karwendel und Wettersteingebirge sowie auf die Zillertaler Alpen, und hin und wieder  sorgen Gebirgsbäche für Abwechslung.

Artikelbild Isarwinkeltour auf dem Weg zum Ochsenkamp

Auf dem Weg zum Ochsenkamp gab es manche Herausforderung

Manchmal lässt sich auf einem breiten Wanderweg gemütlich laufen und die Landschaft genießen, an anderen Stellen ist der Weg mit Drahtseilen versichert und erfordert Trittsicherheit bei ein wenig Kraxelei oder Schwindelfreiheit für die Tiefblicke. Zu der abwechslungsreichen Wanderung kam ein Glückstreffer mit dem Wetter: Die vier heißen Tage bescherten uns eine Fernsicht, die selbst mich immer wieder staunen ließ. Bei der Hitze wurden jedoch auch die Distanzen zur Herausforderung; kein Wunder, dass wir alle einige Schweißtropfen vergossen und bei mancher Rast gleich die doppelte Ration erfrischender Getränke bestellten.

Kölner Heimatliebe – auch auf einem Gipfel in den Bergen

Dabei konnte ich von Glück sagen, dass die Gruppe mich als Bergwanderführerin überhaupt mitgenommen hat. Denn der Ausflug der sechs Jungs aus Köln war als Männertour deklariert.

Artikelbild Sonnenuntergang auf dem Roßstein oberhalb der Tegernseer Hütte

Ausgelassene Stimmung beim nahenden Sonnenuntergang auf dem Gipfel des Roßstein

 

Artikelbild Sonnenuntergang vom Gipfel des Roßstein im Mangfallgebirge

Daheim ist es so schön!

Auf jeden Fall hatte die fröhliche Gruppe viel Spaß, für jeden gab es auch eine Herausforderung, und die Szenerie ließ alle staunen. Aber selbst, wenn sie auch noch so beeindruckt sind, echte Kölner vergessen auch in der Ferne ihre Heimat nicht. Als sich am Abend auf dem Roßstein die Sonne allmählich dem Horizont näherte, sich der Abendhimmel rot färbte und ein blauer Dunstschleier die Berge bedeckte, kam die Sprache darauf, wie schön unsere Heimat ist. Heimatliebe war für einen meiner Gäste das Stichwort. Er zückte sein Smartphone, um uns ein Lied vorzuspielen. Und so begleitete uns die Musik von Cat Ballou in die Nacht hinein und der Refrain des Liedes klang noch lange nach “ Et jitt kei Wood, dat sage künnt, wat ich föhl, wann ich an Kölle denk, wann ich an ming Heimat denk!“