Vom Wert des Bergsteigens

28. Juni 2015 Michaela Zimmermann

Warum machen wir das? Schon bald nach dem Losgehen, fangen wir an zu schnaufen und zu schwitzen. Ja, es ist anstrengend, und je höher wir steigen, desto mehr lässt die Kraft nach. Am Ende des Tages sind die Füße platt und womöglich kommt danach auch noch der Muskelkater. Und an  Tagen, an denen Petrus es nicht so gut mit uns meint, kostet es auch Überwindung. Das Bergsteigen. Kann so etwas einen Wert haben? Ja! Einen unschätzbaren.

Bergwandern  kann jeder. Dazu braucht es keine besondere Fähigkeiten und außer geeigneten Schuhen keine spezielle Ausrüstung. Zumindest auf den einfachen Wegen reicht festes Schuhwerk.  Mit einem Ziel vor Augen oder zumindest auf der Wanderkarte geht es los. Ob jung oder alt, ob erfahren oder Anfänger, die Berge halten für jeden das richtige Abenteuer bereit.

Beim Wandern in den Bergen kommen die Gedanken zur Ruhe

Einen Schritt vor den anderen setzend gehen wir langsam den Weg bergauf. Abwechslungsreich führt unser Pfad durch Wald, über Almwiesen, über Fels oder auch durch Geröll. Mal breit, mal schmal lädt er mal zum entspannten Plaudern ein und fordert dann wieder unsere ganze Konzentration. Immer wieder neue Aussichten lenken dabei von der Anstrengung ab. Wir begegnen Kühen, Schafen und Ziegen. Bergblumen setzen bunte Tupfer am Wegesrand. Den Blick zum Boden gerichtet suchen wir immer den besten Platz für den nächsten Schritt. Anfangs begleitet uns häufig noch munteres Geplauder, doch es wird mit der Zeit weniger, bis es ganz verstummt und wir nur noch unserem gleichmäßigen Atmen, dem Gezwitscher der Vögel und dem Rauschen des Windes lauschen.

Artikelbild Steinbock Bergtouren Wert des Bergesteigens

Abwechslungsreiche Wege und schöne Aussichten lenken von der Anstrengung ab

Der Herzschlag ist erhöht, das Hirn Sauerstoff geflutet und doch werden die Gedanken weniger. Eine innere Ruhe macht sich in uns breit. Dabei haben wir das Gefühl, dass wir unsere Umgebung mit größerer Intensität erfahren.

Trotz aller Anstrengung leicht und beschwingt

Der Schweiß rinnt, und wir bleiben stehen, um zu trinken und die Aussicht zu genießen. Das Tal liegt bereits tief unter uns. Geräuschlos fahren Miniaturautos durch die Landschaft und auf der gegenüberliegenden Talseite lässt sich ein Paraglider im Aufwind in die Höhe tragen. Unser Alltag ist im Tal geblieben. Wir fühlen uns zunehmend leicht und beschwingt.

Je höher wir kommen, umso weiter weicht die Vegetation zurück. Bald umgeben uns nur noch Latschen, in denen im Sommer die Hitze steht.  Wenn die Latschen unterbrochen werden und den Blick freigeben in die Tiefe, dann kühlt ein frischer Talwind unsere heißen Gesichter. Der Gipfel liegt schon zum Greifen nah. Es sind nur noch wenige Meter, und dann haben wir es geschafft. Der Rucksack gleitet von unserem Rücken, mit einem fröhlichen „Bergheil!“ liegen wir uns in den Armen und bestaunen dann die traumhafte Aussicht vom Gipfelkreuz.  Wir fühlen uns groß, weil wir es geschafft haben und zugleich klein, weil uns bewusst wird, dass wir nur ein kleiner Teil der ganz großen Natur sind.

Am Berg erleben wir die Natur, überschreiten die eigenen Grenzen, freuen uns über den Gipfelerfolg. Unsere Wahrnehmung wird erweitert, wir lassen unsere Sorgen los und eine innere Ruhe macht sich breit. Das alles macht das Bergsteigen für mich ungeheuer wertvoll.

Eine Anleitung zum Glücklich sein in den Bergen finden Sie hier.

Und wenn Sie selbst einmal das Gipfelglück genießen wollen, kommen Sie doch mit uns auf Tour!

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Am Gipfel ganz groß und doch ganz klein fühlen