Marillenknödel – mein Liebling der alpinen Desserts

6. August 2017 Michaela Zimmermann
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Leuchtend orange, mit roten Wangen, süß und sauer zugleich, und fest – bitte nicht mehlig. So mag ich sie am liebsten: die Aprikosen. Die Frucht, die es bei uns zwischen Mitte Juni und Ende August zu kaufen gibt, ist eine meiner liebsten Obstsorten. Noch nicht ganz reif eigenen sie sich hervorragend, um sie auf eine Wanderung mitzunehmen. Ihr angenehm säuerlicher Geschmack ist auf die Schnelle ein guter Durstlöscher. Mit maximal 15 Prozent ist sie arm an Zucker, aber dafür reich an Provitamin A. Was mir wichtig ist: Ihre großen, festen Kerne landen dann wieder in der Tüte, in der ich die Aprikosen auf den Berg gebracht habe. Weniger, um daraus zu Hause Persipan herzustellen, sondern weil die Kerne in den Bergen nichts verloren haben. Sie sind Müll, der über Jahre die Landschaft verunziert.

Die Marille lässt sich aber nicht nur prima so verwenden, wie sie vom Baum kommt, sondern sie lässt sich auch noch veredeln, zum Beispiel in einen leckeren Aprikosenkuchen, einen Marillenstrudel oder in ein feines Kompott. Etwas aufwändiger ist der Marillenschnaps, der ein deftiges Bergessen so richtig schön abrunden kann. Für mich ist aber die leckerste Hommage an diese wunderbare Frucht ein Mäntelchen aus Kartoffelteig mit gerösteten Semmelbröseln und ein Kern aus Marzipan: Marillenknödel.

Wenn sie gekocht wird, verstärkt sich das Aroma der Aprikosen im Knödel und bekommt mit dem Marzipan eine feine Mandelnote, die mit der Säure der Aprikosen wunderbar harmoniert. Der Teigmantel schützt die empfindliche Frucht beim Kochen und bildet mit seiner festen Konsistenz einen guten Gegensatz zum weichen Fruchtfleisch. Dazu ein Hauch von Zimt und etwas Zucker und der perfekte Nachtisch ist fertig.

Artikelbild Marillenknoedel: Höhepunkt der alpinen Küche

Aprikosen stehen im Mittelpunkt dieses leckeren Nachtischs

Meine Marillenknödel bereite ich nach folgendem Rezept zu:

  • 1 Kilogramm Kartoffeln (fest- oder mehligkochend, beides geht)
  • 70-80g weiche Butter
  • 50g Hartweizengrieß
  • 1 Ei
  • 2 Eigelb
  • Prise Salz
  • 18 – 20 Aprikosen
  • Marzipanrohmasse*
  • 100g Butter
  • 100g Semmelbrösel

*Wer kein Marzipan mag, kann es durch ein Stück Würfelzucker ersetzen.

Die Kartoffeln werden in der Schale gekocht und anschließend gepellt. Die Pellkartoffeln zerstampfen und über Nacht (alternativ auch beim 50 Grad im Backofen eine gute Stunde) trocknen lassen.

Zu den zerstampften Kartoffeln die Butter, eine Prise Salz, das Ei bzw. die Eigelb und den Weizengrieß hinzugeben. Alles zu einer homogenen Masse verkneten und anschließend nach und nach das Mehl einarbeiten.

Die Aprikosen waschen, aufschneiden und den Kern durch ein Stück Marzipan gleicher Größe ersetzen. Von dem Kartoffelteig ein wenig Teig abnehmen und mit der einen Hand auf der anderen Hand zu einem Teigfladen von ca. einem halben Zentimeter Dicke flachdrücken. Die Aprikose in die Mitte setzen und mit dem Teig umschließen. Überschüssigen Teig wieder zurück zum Hauptteig geben oder Lücken mit kleinen Teigstücken gut verschließen. Es ist wichtig alle Nähte fest zusammenzudrücken.

Artikelbild Marillenknoedel

Ein Aufwand der sich lohnt!

Wenn alle Knödel geformt sind, in einem großen Topf reichlich Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen und die Knödel vorsichtig hineinsetzen. Nun darf das Wasser nur noch sanft vor sich hin köcheln. Die Marillenknödel zehn Minuten ziehen lassen.

Derweil die restliche Butter schmelzen und die Semmelbrösel hinzufügen. Diese in der Butter goldbraun rösten. Die fertig gekochten Knödel werden vorm Servieren in den Bröseln gewälzt und mit etwas Zimt und Zucker bestreut.

Fertig ist das Festessen. – Guten Appetit!

Artikelbild Marillenknoedel

Ein kulinarischer Höhepunkt der jedes Essen krönt